BNE-Angebote für weiterführende Schulen und Berufsschulen

Hof Beckmissen ist ein außerschulischer Lernort und bietet Bildungsangebote für Klassen der SEK1 und SEK2 und für Berufsschulen. Unsere Angebote werden von BiLEV gefördert und sind für teilnehmende Klassen kostenfrei. 
 

BiLEV ist die "Bildungsoffensive Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz" des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) und der Universität Flensburg. Das Ziel dieser Bildungsoffensive ist es, jungen Verbraucher*innen die moderne Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt der Lebensmittelproduktion zu zeigen und zu vermitteln, wie eine gesundheitsförderliche und klimabewusste Ernährung gelingen kann. 

Dabei spielt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine große Rolle. Ziel von BNE ist, die Alltagskompetenz der Schüler*innen so zu stärken, dass eine nachhaltige Entwicklung – ökologisch, ökonomisch und sozial – erreicht wird. Der Lernort Bauernhof ist dafür besonders gut geeignet. (Mehr dazu in unserem Pädagogischen Konzept.)

Zudem stärkt BNE das zivilgesellschaftliche Engagement: Schüler*innen erfahren Selbstwirksamkeit und dass sie  Dinge in ihrem Leben und in unserem Land nachhaltig beeinflussen und verändern können. 

Die folgenden Angebote können direkt bei uns gebucht werden. Wir geben gern Hinweise für eine schulische Vor- und Nachbereitung und besprechen den Hofbesuch detailliert mit den betreuenden Lehrkräften.

Weitere Informationen zu den einzelnen BNE-Angeboten erhalten Sie durch das Anklicken der Button.

1. Biodiversität - Kennartenbestimmung auf einer renaturierten Weidefläche 

Inhalt: Mithilfe von Bestimmungsbüchern und -Apps werden auf einer renaturierten, extensiv genutzten Weide Pflanzenarten systematisch erfasst. Neben der Erfassung werden zudem Kennarten in ihrer Bedeutung erklärt und identifiziert. Dieses praxisnahe Bildungsangebot fördert das Verständnis der Lernenden für die Doppelfunktion von Weiden als Ökosysteme und landwirtschaftliche Nutzflächen. Nachgelagert werden die Daten von den Schüler*innen ausgewertet, interpretiert und anschaulich dargestellt. Das Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen wird gefördert.


Jahrgangsstufe(n): 11-13/Berufliche Schulen

2. „Ich wünscht´, ich wär ein Huhn…?“ – Artgerechte Hühnerhaltung 

Inhalt: Das Einsammeln von Eiern aus Hühnernestern zählt zu den schönsten Bauernhoferlebnissen von Kindern. Doch nicht jedes Huhn hat die Möglichkeit, sein Ei in ein selbstgewähltes (vielleicht sogar mit Heu ausgepolstertes) Nest zu legen. Die Lebensbedingungen von Legehennen in Deutschland sehen meist anders aus. Während des Bauernhofbesuchs erfahren die Schüler*innen welche Bedürfnisse Hühner haben, welche Haltungsformen es gibt und wie diese sich als Produktkennzeichnungen und auf dem „Eier-Code“ ablesen lassen. Eine artgerechte, ökologische Haltung wird vorgestellt, bei der das Wohl der Tiere im Vordergrund steht. Die Schüler*innen sollen befähigt werden, Vor- und Nachteile verschiedener Haltungsformen miteinander zu vergleichen, um begründete und nachhaltige Kaufentscheidungen treffen zu können.

Jahrgangsstufe(n): 5-6, 7-10 

3. Robustrinderhaltung – Das Fleisch wächst auf der Weide 

Inhalt: Rindfleisch erfreut sich großer Beliebtheit. Besonders zur Grillsaison im Sommer steigt der Absatz von Rindersteaks. Steaks aus Argentinien, Wagyu-Fleisch oder Kobe-Rind aus Japan - das Stück Fleisch in der Pfanne ist nicht zuletzt oft Statussymbol. Gleichzeitig hat Rindfleisch von allen Fleischarten die schlechteste Klimabilanz. Pro Kilogramm erzeugtem Rindfleisch werden umgerechnet bis zu 14kg CO2 ausgestoßen. Auf unserem ökologisch geführten Hof erfahren die Schüler*innen wie Fleischrinder in Deutschland (und weltweit) gehalten werden und wie sich bei Robustrindern durch Ganzjahresbeweidung die Klimabilanz verändert. Die Schüler*innen erleben während ihres Bauernhofbesuchs Robustrinder auf ihren Weiden und sehen arttypisches Verhalten in gewachsenen Herdenstrukturen.

Jahrgangsstufe(n): 7-10, 11-13, Berufliche Schule 

4. „Watt´n Schiet!“ - Nutztierausscheidungen 
als Herausforderung in der Landwirtschaft 

Inhalt: Tierische Ausscheidungen werden in der Landwirtschaft als natürliches Düngemittel genutzt, welches dem Boden eine Reihe wichtiger Mineralstoffe liefert. Jedoch können die tierischen Ausscheidungen auch zum Problem für das Ökosystem werden. Die Schüler*innen diskutieren den Aspekt der Überdüngung und berechnen die Kotmenge, welche auf dem Betrieb anfällt. Sie interpretieren ihre Ergebnisse vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit. Die Nutztierausscheidungen verschiedener Tierarten werden unterschieden, analysiert und verglichen.

Jahrgangsstufe(n): 5-6, 7-10 

5. „Am Beispiel der Brennnessel“ – Artenvielfalt durch Wildpflanzen 

Inhalt: Biodiversität bedeutet Artenvielfalt. Es handelt sich dabei  um ein sensibles Zusammenleben von Pflanzen und Tieren in verschiedenen Ökosystemen. In der Landwirtschaft sind viele Flächen durch Monokulturen geprägt und dadurch artenarm. Wildpflanzen werden häufig  als „Unkraut“ bezeichnet und scheinen keinen Nutzen für den Menschen zu haben. Sie stören, müssen verdrängt oder ausgerottet werden. Die Bedeutung von Wildpflanzen als wichtige Biodiversitätsanzeiger, als „Nutzpflanzen“, Bodenschützer, Lebensraum und Futterpflanzen für Tiere soll am Beispiel der Brennnessel greifbar gemacht werden. Verschiedene Möglichkeiten, Landwirtschaft und Umweltschutz miteinander zu verbinden, werden diskutiert.

Jahrgangsstufe(n): 5-6, 7-10 

6. Was sind eigentlich Bruderhähnchen? Der Umgang mit männlichen Nachkommen in der Geflügelindustrie 

Inhalt: Wenn ein Küken schlüpft, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es ein weibliches Tier ist, bei 50 Prozent. Genauso hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein männliches Tier schlüpft. Nur die weiblichen Tiere sind jedoch für die Eierindustrie interessant, denn nur sie legen Eier. In Deutschland ist das sofortige Töten männlicher Küken direkt nach dem Schlupf seit dem 1. Januar 2022 verboten. Vorher wurden bis zu 45 Millionen männliche Küken pro Jahr vergast oder geschreddert. Die Landwirtschaft musste sich auf die veränderten Gesetze einstellen und hat verschiedene Wege gefunden mit den sogenannten „Bruderhähnen“ umzugehen. Während des Hofbesuchs erfahren die Schüler*innen von verschiedenen Methoden zur Geschlechtsbestimmung und dem Umgang mit männlichen Nachkommen, lernen Produktkennzeichnungen verstehen und sehen am Beispiel, wie Bruderhähne auf einem ökologisch en Hof aufwachsen.

Jahrgangsstufe(n): 11-13,Berufliche Schule  

7. Schwein gehabt? – Haltungsformen und Tierwohl in der Schweinehaltung 

Inhalt: Ob als Bratwurst, Salami auf der Pizza, Bärchenwurst oder in der Bolognese - Schweinefleischprodukte gehören für viele Menschen zu den alltäglichen Lebensmitteln. Der Konsum von Schweinefleisch ist zwar leicht rückläufig, trotzdem werden in Deutschland immer noch  jährlich über 45 Millionen Schweine geschlachtet. Das zunehmende Interesse der Verbraucher an Tierwohlmaßnahmen und einer nachvollziehbaren Haltung hat in den vergangenen Jahren zu neuen Produktkennzeichnungen geführt. Unterschiedliche Siegel und Beschreibungen ergänzen die Tierhaltungskennzeichnung. Während ihres Bauernhofbesuchs lernen die Schüler*innen die vier Haltungsformen von Schweinen kennen und zu unterscheiden. Durch den Besuch der hofeigenen Husumerschweine auf der Weide können die Schüler*innen arttypisches Verhalten beobachten, Bedürfnisse von Schweinen erkennen und den eigenen Konsum des „Lebensmittels Schweinefleisch“ kritisch hinterfragen.

Jahrgangsstufe(n): 7-10, 11-13, Berufliche Schule 

8. Die Skudde – Das kleinste deutsche Schaf! 
Bedroht vom Aussterben, weil es nicht wirtschaftlich ist? 

Inhalt: Schafe gehören zu den ersten Nutztieren, die in Europa domestiziert wurden. Lange Zeit dienten sie den Menschen als Lieferanten von Fleisch, Milch und Wolle. Durch neue Materialien in der Textilindustrie und die erfolgreiche Massentierhaltung  für Fleisch und Milch durch andere Nutztierarten, verlor das Schaf seine Wirtschaftlichkeit. Heute liegt der Anteil von Schafen zahlenmäßig weit hinter anderen Nutztieren zurück. Nur noch bestimmte Rassen werden in der Landwirtschaft genutzt. Andere, oft alte, Rassen sind inzwischen vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste bedrohter Nutztierarten (GEH).  Die „Skudde“ ist eine davon. Diese Rasse zählt zu den ältesten deutschen Hausschafrassen und ist die kleinste Schafsrasse Deutschlands. Während ihres Bauernhofbesuchs lernen die Schüler*inne diese Rasse kennen. Sie erfahren von ihrer Geschichte, beschreiben ihre Merkmale, beobachten ihr Verhalten und bewerten ihre Wirtschaftlichkeit.

Jahrgangsstufe(n): 5-6,7-10, Berufliche Schule 

Mögliche Termine Frühjahr/Sommer 2024:

Montag: 11. März, 6. + 21. Mai, 8. Juli
Donnerstag: 14. März, 25. April, 2. + 16. + 23. + 30. Mai, 6. + 13. + 27. Juni, 4. + 11. + 18. Juli
Freitag: 8. + 15. März, 26. April, 3. + 17. + 24. + 31. Mai, 7. + 21. + 28. Juni, 5. + 12. Juli 

Kosten:

Keine! Diese Angebote werden durch BiLEV gefördert. 

Anmeldung für weiterführende Schulen und Berufsschulen 

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